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Freitag, 16. März 2012

Sieben - III

Ihr Körper fiel von dem morschen Stuhl und kam auf dem kalten Boden auf.
Wie in Zeitlupe warf ich mich auf den Boden, um weiteren Schüssen auszuweichen, jedoch folgten keine.
Ich kroch, immer noch aus Angst, rüber zu Rina, versuchte ihren Puls zu fühlen, doch es war zu spät, der Schuss traf sie genau durch den Kopf. 
"Guter Schuss", murmelte ich und blickte in die Richtung, aus der der Schuss kam. 
Niemand, dort stand kein Mensch. Ich wollte meinen Blick wieder auf Rina werfen, als sich plötzlich doch etwas aus der Richtung tat. Eine schwarz-umhüllte Person stand in dem gegenüberliegenden Gebäude, die höchstwahrscheinlich aus dem Fenster auf Rina geschossen hatte.
Langsam stand ich auf, nicht zu schnell, damit die Person sich nicht von der Stelle rührte, immer den Blick auf sie gerichtet. Wer war diese Person? Timo? Ein Feind von Rina? Jemand, der eine gute Beziehung zu der Toten hatte, die Rina ermordete? Und wer war diese Ermordete überhaupt?
So viele Fragen schwirrten in meinem Kopf und ich wusste, ich musste diese schwarze Person kriegen, um Antworten zu erhalten.
Wie ein Irrer rannte ich los, dachte nicht daran die Polizei zu rufen oder Rinas Augen zu schließen, noch ein Gebet oder sonstigen Scheiß mit der Leiche zu machen. Ich wollte Antworten.
Ich rannte aus dem Haus, in die kalte Abendluft, spürte das Adrenalin, das in mir aufstieg und Richtung Gebäude. Meine Ausdauer war miserabel und der Fakt, dass ich Raucher war, machte es mir nicht leichter.
Aber das war mir egal. Somit sprintete ich den Weg entlang, ich hätte diese Person niemals aus den Augen gelassen, bis ich mich fragte, wieso sie sich nicht bewegte.
Klar, bewegte sie sich, aber wieso rannte sie nicht weg? Wollte sie, dass ich ihr begegne?
Je näher ich dem Gebäude, welches übrigens ein altes Hochhaus war, kam, desto deutlicher wurde mir der Umriss der Person. Ich konnte dennoch nicht erkennen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte.
Als ich die Tür des Hochhauses erreichte, erkannte ich sofort, dass die Tür aufgebrochen wurde.
Es gab viele Möglichkeiten, entweder  gehörte der Schütze nicht zu dem Hochhaus und hat die Tür aufgebrochen oder ein Einbrecher hat vor längerer Zeit das Schloss so dermaßen zerstört und es wurde bis heute nicht erneuert oder dieser will mich nur täuschen, damit ich nicht denke, dass er hier wohnt.
Diese Gedanken schossen mir durch den Kopf, als ich gleichzeitig viele Treppen auf einmal übersprang.
Ich blieb bei der Zahl 8 stehen, glücklicherweise hatte ich aus meiner Wohnung mitgezählt aus welcher Etage der Schuss kam. 
Vorsichtig näherte ich mich der Tür, die zu dem westlichen Zimmer führte und bemerkte, dass sie offen war.
Langsam lehnte ich meine Hand gegen sie und drehte mich mit dem Rücken zur Wand, falls ein Schuss aus dem Zimmer kommen sollte. Es kam keiner, daher betrat ich es und steuerte sehr langsam auf den Balkon zu. Ein paar Schritte und ich hörte etwas zufallen. Es war die Haustür. Erschrocken drehte ich mich um, blickte dem Mörder in die Augen. Ein eisiger Schauer durchfuhr mich, als mir klar wurde: ich hatte keine Waffe und konnte mich nicht verteidigen.

(Fortsetzung folgt)

[Selbstgeschrieben]

2 Kommentare:

  1. Echt tolle Geschichte
    Vor allem schön, dass du meinen Namen verwendest hast und ich eine Mörderin bin, die dann noch erschossen wird.
    Vielen lieben Dank!
    :D :')

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  2. Kein Problem, immer wieder gerne. <3 :DD

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