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Donnerstag, 15. März 2012

Sieben - II

Ich trat mit erschrockenem Blick einen Schritt zurück. Das dunkelrote Blut tropfte von ihren Fingern.
"Ich hab sie ermordet", flüsterte Rina, immer noch mit gesenktem Blick. 
Mit einem Ruck zog ich sie in meine Wohnung, aus Angst, andere Nachbarn hätten sie hören können.
Was sollte ich machen? Ich hätte sie unmöglich vor der Tür stehen lassen können. 
Rina bewegte sich kaum, ich auch nicht, da der Schock immer noch meinen Körper durchfloss.
"Wen?", fragte ich, nach schweigenden Sekunden. Sie gab mir keine Antwort.
Ich dachte mir, ich müsse sie erst mal beruhigen, was zum Teufel macht man in solchen Situationen?
Langsam nahm ich Rinas Hand, führte sie zu dem Tisch und setzte sie auf den Stuhl, der neben ihm stand.
"Okay, du erzählst mir jetzt genau was passiert ist, einverstanden?"
Sie nickte so langsam und leicht, als würde sie ihren Kopf gar nicht bewegen.
Zwei Minuten vergingen.. drei. Doch dann begann sie, ohne mich anzusehen: "Es war kühl, als ich nach draußen ging, um mich mit Timo zu treffen." 
Timo, ihr fester Freund? Ich hasste diesen Kerl, er war ein verfluchtes Arschloch und hatte nichts besseres zutun, als Rina mit anderen Weibern zu hintergehen und sie blau und rot zu schlagen, was fand sie an diesem Typen?
"Wir wollten ins Kino gehen, in einen schönen Liebesfilm..", ein kleines lächeln huschte über ihre Lippen, "aber auf dem Weg begegnete ich ..", weiter kam sie nicht. Sie wurde unterbrochen, von einem Schuss.
Ein Schuss, der durch ihren Kopf ging und meine gesamte Wohnung mit Blut bedeckte.

(Fortsetzung folgt)

[Selbstgeschrieben]

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