Sieben - IV
Angespannt begutachtete ich Rinas Mörder. Als ich bemerkte, dass er keine Waffe in der Hand hielt, entspannte ich mich. "Schön dich kennen zu lernen", lächelte ich ironisch.
Ihr Mörder war männlich. Er war völlig schwarz gekleidet, hatte breite Schultern und leider auch eine Sturmmaske auf, was mir seine Identifizierung erschwerte. Das einzige, was nicht schwarz war, waren seine blauen Augen und etwas Haut, aber das half mir nicht. Unbekannte Augen, es waren nicht Timos.
Ich konnte erkennen, dass er ebenfalls lächelte, aber nicht, als ob er glücklich wäre. Auf eine Pech gehabt, Loser, ich bin dir überlegen-Art. Und die konnte ich nachvollziehen, als er plötzlich nach hinten griff.
Mein letzter Gedanke war, dass ich vielleicht in das Zimmer neben mir springen sollte, jedoch war er schneller und schoss mit der Pistole, die er in seiner hinteren Hosentasche seiner schwarzen Jeans gesteckt hatte, in mein Bein. Ein qualvoller Schrei entglitt mir, als ich zu Boden stürzte und mich dazu antrieb nicht auf die Wunde zu gucken. Das Blut anderer Menschen konnte ich hemmungslos angucken, sobald es aber mein eigenes war, wurde mir schwindelig. Deswegen starrte ich mit - wegen des Schmerzes - halb zusammen gekniffenen Augen zu dem Mörder, der immer noch dieses mysteriöse Lächeln hatte.
"Arschloch", brachte ich hevor. Er sagte nichts, er lachte nur und schoss ein weiteres mal. Diesmal in meine linke Schulter. Wie konnte man so zielsicher schießen? Diesmal machte ich mir Sorgen, was wenn ich zu viel Blut verlieren würde? Dann wäre es aus. Doch meine Sorgen verflogen, als er sich umdrehte und die Wohnung verließ. Ich atmete schneller, wusste nicht über welche Wunde ich meine Hände legen sollte.
Die Schmerzen durchfuhren meinen Körper. "Ganz ruhig", befahl ich mir und überlegte, wie weit das nächste Krankenhaus entfernt war. Zu weit. Ich brauche ein Telefon, dachte ich mir und versuchte mich auf dem Boden zu drehen, was sich ziemlich schwierig gestaltete. Zum einen war da der Schmerz, der immer schlimmer wurde.
Er schoss genau durch den Muskel im Oberschenkel und meine Schulter war auch nicht mehr zu retten.
Der Schmerz war ähnlich wie Muskelkater, nur zwanzig mal schlimmer. Zum anderen war da noch das viele Blut, in dem ich lag. "Weiter", forderte ich mich auf und kroch über den Boden. Ich versuchte den Schmerz zu ignorieren, klappte jedoch nicht. Ich kam nur noch durch den schmalen Gang in das Wohnzimmer, als ich mir vorstellte, wie schrecklich meine Wunden aussehen mussten und brach schlussendlich in der Blutlache zusammen. (Fortsetzung folgt)
[Selbstgeschrieben]
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