Sieben - V
Es war bereits Mittag, als sich meine Augen öffneten und ich an eine weiße Decke starrte.
An meinem Körper waren Apparate angeschlossen und ich lag in einem weißen Bett.
Ein Krankenhaus. Der typische Geruch lag in der Luft: Desinfektionsmittel, der Geruch von gelb-weißen Gummihandschuhen..
Ich lag in einem Einzelzimmer, glücklicherweise. Wenn ich mein Zimmer mit jemanden teilen muss, in dem ich schlafe, hasste ich das. Mich störte jedes kleine Geräusch.
"Guten Tag..", eine pummelige, dunkelhäutige Krankenschwester betrat das Zimmer und blickte auf eine Akte, die sie in der Hand hielt, "Miles Htaed", fragend sah sie mich an, "Wie spricht man Ihren Namen aus?"
Klar, dass diese Frage kommen würde, "Das H spricht man nicht mit", erklärte ich und hoffte nicht lange bei dem Thema zu bleiben. Was ist passiert? Ich wurde ohnmächtig, das war mir klar, aber wer hat mich ins Krankenhaus gebracht?
Ein gut gebauter Arzt, natürlich in weißem Kittel, tauchte hinter ihr auf. "Tag", sagte er und nickte ernst.
"Herr Htaed, Sie haben hohen Blutverlust, durch zwei Schusswunden.", nuschelte er. Warum nuschelte er so?
"Sie haben Glück gehabt, da Sie in Litern von Blut zusammen gebrochen sind, dass Sie nicht erstickt sind."
Ich zog die Augenbrauen hoch. Klasse, ich wäre fast erstickt, habe zwei Schusswunden und kann mich dadurch kaum bewegen.
"Wie bin ich ins Krankenhaus gekommen?", fragte ich, um endlich Klarheit in meine Gedanken zu schaffen.
"Die Bewohnerin der Wohnung, entdeckte sie und rief sofort den Krankenwagen und die Polizei.", antwortete mir die Schwester.
Eine Frau? Also war der Schütze nicht der Bewohner, der auf Rina geschossen hatte. Wäre auch zu auffällig gewesen. Ich nickte wissend. "Wir werden Sie noch für 2 Wochen hier behalten, zur Sicherheit", sagte er, nickte wieder und verließ das Zimmer. Ich hatte wenig Ahnung von Medizin, Krankenhäusern und Ärzten und machte mir deswegen keine Gedanken darüber, wie lange man mit solchen Wunden im Krankenhaus lag, aber 2 Wochen? Bis dahin könnte der Schütze bis ins Nirgendwo abgehauen sein, nein, ich musste hier weg und ihn irgendwie in die Finger kriegen.
Die pummelige Schwester wollte sich gerade umdrehen, um den Raum zu verlassen, als ich rief: "Im wie vielten Stock bin ich überhaupt? Und in welchem Zimmer?". Sie warf mir einen seltsamen Blick zu.
"Ich meine, wegen meinen Verwandten, wenn die mich besuchen wollen, Sie wissen schon..", glücklicherweise wurde ich nicht rot. Ihre Gesichtsausdruck entspannte sich, vermutlich hatte sie anfangs meinen Plan durchschaut. "Wir sind im 2. Stock, Zimmer 201", antwortete sie lächelnd und verließ das Zimmer.
2. Stock, das ließ sich einrichten.
(Fortsetzung folgt)
[Selbstgeschrieben]
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