Sieben - VIII
Ein Schrei, sehr leise, aber trotzdem schaffte er es, mich zum zusammenzucken zu bringen und nichts als Fragen hervor zu rufen.
Reflexartig steuerte ich auf den Raum zu und drückte die Türklinke herunter.
Als ich in den Raum blickte, sah ich gar nichts. Meine Augen waren an die Helligkeit im Gang und an weiße Wände gewöhnt, dieser Raum war aber total dunkel.
Erst als ich die Tür wieder verwundert schließen wollte, fiel mir ein kleines Licht ins Auge.
Das Licht einer Taschenlampe und als ich das verstand, ging auch schon das Licht an der Decke an.
Ein kleiner zierlicher Mann sah mich, wie ertappt und völlig überrascht an, immer noch die leuchtende Taschenlampe in der Hand.
Das Zimmer war alt und roch nach Mottenkugeln. Stickige Luft füllte meine Lunge.
In der einen Ecke sah ich eine Tafel, auf der Zeichen, die ich nicht verstand, aufgemalt wurden und in der anderen Ecke, waren Regale mit medizinischen Vorrichtungen zu finden.
Der Mann brachte dann doch endlich ein Wort raus: "Was wollen Sie hier?"
Seine Stimme war rau, als ob er sich schon lange nicht mehr geräuspert hätte.
"Ich hörte einen Schrei und dachte, es wäre ein Notfall, bitte entschuldigen Sie, ich habe es mir vermutlich nur eingebildet". Ein Grinsen trat auf dem Gesicht des Mannes auf. Es ließ seine gelblichen Zähne aufblitzen.
"Sie hörten diese Tafel hier", sagte er und deutete auf die an der rechten Wand.
Um meine Verwirrung zu beenden, die sich in meinem Gesicht widerspiegelte, ging er um einen Tisch herum und stand so direkt vor der Tafel. Sein breites Grinsen hörte einfach nicht auf.
Er streckte seine Hand aus und schob die Tafel bis nach oben an den Ansatz. Er dreht sich ein letztes Mal um, um sicher zu sein, dass ich auch ja aufpasse und zog mit einem kräftigen Schwung die Tafel herunter, als wäre er ein kleines Kind, welches mit der Kreide in der Hand nicht ganz oben etwas notieren konnte.
Ein Schrei. Ein Schrei durchfuhr meinen ganzen Körper, unmittelbar danach folgte Gänsehaut, die ich auf meinem Rücken spüren konnte. "Es ist fast so schlimm, als würde man mit den Fingernägeln über die Tafel fahren", sagte er schmunzelnd. Dieses Geräusch war nicht dasselbe, wie mit den Fingernägeln über eine Tafel zu kratzen. Es hörte sich wie das schreckliche, wimmernde Geschrei mehrerer Kinder an, die bis aufs brutalste gefoltert wurden. "Woran..", ich musste mich räuspern, "liegt es, dass dieses Geräusch ertönt, wenn man die Tafel herunter zieht?"
Das Grinsen, welches sich kaum verändert hatte, wurde plötzlich breiter. Sehr viel breiter.
Fortsetzung folgt..
[Selbstgeschrieben]