Es waren zwei Wochen vergangen. Mein Versuch aus dem Krankenzimmer zu springen, um den Mörder Rinas zu finden, scheiterte, jedoch hatte ich die Eigentümerin der Wohnung, aus der der Mörder auf Rina schoss, kennen gelernt.
Heute war der Tag, an dem ich mich mit ihr auf einen Kaffee verabredet hatte.
Mitlerweile ging es meinem Körper viel besser; Die Schusswunden waren noch nicht verheilt, aber ich hatte auch keine großen Schmerzen mehr. Auf Krücken steuerte ich nun auf das Café zu, in dem wir uns treffen sollten. Es war ein recht angenehmer Tag für mich. Die Sonne schien kaum und es war sehr bewölkt.
Durch das Fenster des Cafés sah ich sie schon, wie sie an einem Tisch saß und auf die Seiten ihres Buchs guckte.
"Guten Tag", sagte ich lächelnd, als ich das Café betreten hatte und vor ihrem Tisch stand.
"Hallo, wie gehts?", sagte sie mit einem Grinsen. Ihre schwarzen Haare waren diesmal offen, nicht wie in meinem Krankenzimmer hochgesteckt und gingen ihr bis zu den Schultern. Sie hatte so wunderschöne braune Augen, dass ich mich immer wieder konzentrieren musste, nicht darin zu versinken.
Ich setzte mich hin, legte die Krücken weg und streckte mein verwundetes Bein aus.
"Wie man's nimmt", antwortete ich, "ich muss mich noch ein bisschen an die Krücken gewöhnen."
"Haben Sie noch Schmerzen?", fragte sie und verzog ein wenig das Gesicht.
"Nein, aber ich hab auch viele Tabletten geschluckt."
Sie nickte wissend. Die Bedienung unterbrach unseren Small Talk, um unsere Bestellung aufzunehmen.
Wir beide bestellten einen Milchkaffee. "Zu ihrer Wohnung..", wollte ich anfangen, doch sie unterbrach mich: "Lassen Sie ruhig, ich habe mitlerweile beschlossen umzuziehen und sauber gemacht hab ich auch schon." - "Sagten Sie nicht, dass die Wohnung blutgetränkt sei?" - "Nein," lächelte sie, "das war nur übertrieben."
Ich weiß nicht, wie lange wir redeten, jedoch wurde das Gespräch unangenehm, als sie mehr von Rina wissen wollte: "War Rina ihre Freundin?", aus meinem Gesicht wich mein Lächeln.
"Nunja, sie war nicht meine feste Freundin, eher eine Nachbarin, die mich oft aus dem Bett gerissen hat, um nach Lebensmitteln zu fragen, bis sie vor zwei Wochen vor meiner Tür stand und..", ich stockte. Ich konnte nicht einfach erzählen, wie sie da stand. Mit dem Blick nach unten, ihre Hände voll Blut und mit dem traurigen Blick. Ich hatte das Gefühl, dass es nicht richtig war, einfach so über sie zu reden.
"Und dann?", hakte sie nach.
"Nichts..", sagte ich, ohne sie anzusehen. Ich legte Geld auf den Tisch, nahm meine Krücken, sagte: "Entschuldigen Sie mich bitte, ich muss los." und verließ das Café.
Fortsetzung folgt.
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